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Home Assistant OS auf dem Mini-PC installieren

Schritt-für-Schritt: Home Assistant OS auf einem x86-64-Mini-PC installieren – Image schreiben, UEFI-Boot, Unterschied zu HA Container und wichtige Warnungen.
Titelbild: Home Assistant OS auf dem Mini-PC installieren
Inhaltsverzeichnis

Aktualisiert: Juli 2026 | Lesezeit: 7 Minuten

Dieser Artikel zeigt dir, wie du Home Assistant OS (HAOS) auf einem gebrauchten x86-64-Mini-PC installierst. Die Anleitung folgt der aktuellen offiziellen Home-Assistant-Dokumentation.

Vor dem Start: Lies zuerst den Artikel zur Hardware-Auswahl für Home Assistant. Dort erfährst du, welcher Mini-PC zu dir passt und was du außer dem PC noch brauchst.


Home Assistant OS vs. Home Assistant Container – der wichtige Unterschied

Bevor du startest, musst du die beiden Varianten unterscheiden:

MerkmalHome Assistant OSHome Assistant Container
InstallationKomplettes Betriebssystem – wird auf die interne SSD geschriebenLäuft als Docker-Container auf einem bestehenden Linux
Supervisor✅ Ja – ermöglicht Add-ons und einfache Verwaltung❌ Nein – kein Supervisor, keine Add-ons
Add-ons✅ Ja – über den Supervisor einfach installierbar❌ Nein – alles manuell per Docker
ZielgruppeEinsteiger und die meisten NutzerFortgeschrittene mit Linux-Kenntnissen
WartungAutomatische Updates (optional)Manuelle Container-Updates

Dieser Artikel beschreibt die Installation von Home Assistant OS. Die Container-Variante ist nur etwas für erfahrene Nutzer, die bereits Docker betreiben und auf den Supervisor verzichten können.


Voraussetzungen

Was du brauchstHinweis
Mini-PC mit x86-64 (64-Bit Intel/AMD)Die meisten Mini-PCs und Thin Clients ab 2016 erfüllen diese Voraussetzung
UEFI (modernes BIOS)Wird von HAOS zwingend benötigt – die meisten Geräte ab Baujahr 2015 haben UEFI
Interner SSD-Speicher (mindestens 16 GB)HAOS wird direkt auf die interne SSD geschrieben
USB-Stick (mindestens 8 GB)Für Methode A: separater Ubuntu-Live-USB-Stick
Zweiter PC mit InternetzugangZum Herunterladen des HAOS-Images und Erstellen des USB-Sticks
Monitor und TastaturNur für die Erstinstallation
LAN-KabelWLAN wird von HAOS nicht unterstützt. Internet wird für den ersten Start empfohlen, da HAOS Updates und Integrationen lädt.

BIOS einstellen: UEFI aktivieren, Secure Boot deaktivieren

Home Assistant OS benötigt UEFI als Boot-Modus. Die meisten Mini-PCs und Business-Clients ab Baujahr 2015 haben UEFI.

  1. Ins BIOS gelangen: Beim Einschalten wiederholt F2, F10, Entf oder F1 drücken (je nach Hersteller).
  2. UEFI-Boot aktivieren: Suche nach Boot Mode oder Boot Configuration und stelle auf UEFI (nicht Legacy/CSM).
  3. Secure Boot deaktivieren: Suche nach Secure BootDisabled.
  4. Einstellungen speichern und BIOS verlassen.

Sollte dein Gerät nur Legacy-Boot unterstützen, ist HAOS nicht installierbar – hier hilft nur ein neueres Gerät oder die Container-Variante auf einem Linux-System.

⚠️ Secure Boot muss deaktiviert sein. HAOS bootet nicht zuverlässig mit aktiviertem Secure Boot.


Wichtiger Hinweis: HAOS hat keinen normalen USB-Installer

Home Assistant OS enthält keinen interaktiven Installer, den du starten und mit ein paar Klicks ausführen kannst. Stattdessen wird das HAOS-Image direkt auf das spätere Bootlaufwerk geschrieben – also auf die interne SSD deines Mini-PCs.

Du brauchst daher ein Hilfssystem (Ubuntu-Live-USB), um das Image auf das Ziellaufwerk zu übertragen.

⚠️ Warnung vor Datenverlust: Beim Schreiben des Images werden alle vorhandenen Daten auf dem Ziellaufwerk vollständig und unwiderruflich gelöscht. Stelle sicher, dass du vorher alle wichtigen Daten gesichert hast. Kontrolliere vor dem Schreiben immer die Laufwerksgröße und den Gerätenamen.


Methode A: Installation über Ubuntu-Live-USB (empfohlen – grafische Oberfläche)

Diese Methode verwendet einen separaten Ubuntu-Live-USB-Stick, von dem du den Mini-PC startest. Aus der grafischen Live-Umgebung heraus lädst du das HAOS-Image herunter und schreibst es mit der vorinstallierten Laufwerke-Anwendung (Disks) auf die interne SSD.

Wichtig: Der Ubuntu-Live-USB-Stick und das spätere HAOS-System sind zwei verschiedene Dinge. Du bootest Ubuntu als Hilfssystem, nicht HAOS. Das HAOS-Image wird auf die interne SSD geschrieben.

Schritt 1: Ubuntu-Live-USB-Stick erstellen

Lade das aktuelle Ubuntu Desktop-Image von ubuntu.com/download/desktop herunter und erstelle einen bootfähigen USB-Stick:

Der USB-Stick sollte mindestens 8 GB groß sein. Dieser Stick enthält das Ubuntu-Live-System – nicht das HAOS-Image.

Schritt 2: Mini-PC vom Ubuntu-Stick starten

  1. Stecke den Ubuntu-Live-USB-Stick in den Mini-PC.
  2. Schalte den Mini-PC ein und rufe das Boot-Menü auf (meist F12, F10 oder ESC – je nach Hersteller).
  3. Wähle den USB-Stick als Boot-Medium.
  4. Wähle im Ubuntu-Boot-Menü “Ubuntu ausprobieren” (Try Ubuntu).

Das System startet nun in die Ubuntu-Live-Umgebung – eine voll funktionsfähige, aber nicht installierte Desktop-Oberfläche. Ubuntu läuft dabei ausschließlich vom USB-Stick, nicht von der internen SSD.

Schritt 3: Netzwerk verbinden und HAOS-Image herunterladen

Stelle eine Internetverbindung her (LAN-Kabel einstecken – das wird automatisch erkannt). Öffne dann den Firefox-Browser und lade das aktuelle Home Assistant OS Generic x86-64-Image herunter:

👉 home-assistant.io/installation/generic-x86-64

Wähle dort den Abschnitt “Generic x86-64” und lade das .img.xz-File herunter. Speichere es im Ordner “Downloads” (Standard-Download-Pfad). Die genaue Versionsnummer im Dateinamen kann variieren – das ist normal.

Achtung beim Download: Es gibt mehrere Varianten – wähle immer Generic x86-64:

  • Generic x86-64 – ✅ Das richtige für normale Mini-PCs und Thin Clients
  • Raspberry Pi – ❌ Nur für Raspberry Pi
  • VMware / VirtualBox – ❌ Nur für virtuelle Maschinen
  • Odroid / ASUS Tinker Board – ❌ Nur für diese speziellen ARM-Geräte

Schritt 4: Ziel-SSD in der Laufwerke-Anwendung identifizieren

Öffne die Anwendung “Laufwerke” (Disks). Du findest sie über die Ubuntu-Suche (❖-Taste → “Laufwerke” tippen).

Die Anwendung zeigt alle angeschlossenen Laufwerke in einer Seitenleiste. Klicke jedes Laufwerk an und prüfe:

  1. Modellbezeichnung – z. B. “Samsung SSD 860 EVO” oder “SanDisk SD8SNAT”
  2. Größe – z. B. 120 GB oder 240 GB
  3. Gerätename – z. B. /dev/sda (SATA) oder /dev/nvme0n1 (NVMe)

Das Ubuntu-Live-System erkennst du an der Größe des USB-Sticks (z. B. 8 GB oder 16 GB). Das interne Laufwerk ist dein Ziel. Der USB-Stick ist nicht das Ziel.

⚠️ Warnung: Verwechsle das Ziel-Laufwerk nicht mit dem Ubuntu-USB-Stick. Kontrolliere immer Modell, Größe und Gerätenamen. Ein Fehler hier zerstört alle Daten auf dem falschen Laufwerk.

Schritt 5: HAOS-Image auf die interne SSD schreiben

  1. Wähle in der Seitenleiste das interne Ziellaufwerk aus.
  2. Klicke auf das ☰ (Drei-Punkte-Menü) rechts oben in der Laufwerks-Ansicht.
  3. Wähle “Datenträgerabbild wiederherstellen” (Restore Disk Image).
  4. Wähle die heruntergeladene .img.xz-Datei aus dem Download-Ordner aus.

    Hinweis zur .img.xz-Datei: Die Laufwerke-Anwendung entpackt das komprimierte Image automatisch. Du musst die Datei nicht manuell entpacken.

  5. Bestätige die Warnung – ja, du willt alle Daten auf dem Ziellaufwerk löschen.
  6. Der Schreibvorgang startet. Die Anwendung zeigt den Fortschritt an. Der Vorgang dauert je nach Laufwerk 2–5 Minuten.

Erwartetes Ergebnis: Nach Abschluss zeigt die Laufwerke-Anwendung eine Erfolgsmeldung an. Die Partitionstabelle des Ziellaufwerks hat sich verändert.

Schritt 6: Abschluss

  1. Klicke in Ubuntu auf das obere rechte Symbol → AusschaltenHerunterfahren.
  2. Sobald der Mini-PC aus ist: Entferne den Ubuntu-USB-Stick.
  3. Schalte den Mini-PC wieder ein – er bootet jetzt direkt von der internen SSD.

Hinweis: Sollte der Mini-PC nach dem Einschalten nicht von der SSD booten, prüfe im BIOS: Ist UEFi-Boot aktiv? Ist die Boot-Reihenfolge korrekt (interne SSD vor USB)?


Alternative für erfahrene Linux-Nutzer: Image mit dd schreiben

Wenn du mit dem Terminal vertraut bist und die grafische Oberfläche nicht nutzen möchtest (oder kein Ubuntu-Desktop zur Verfügung steht), kannst du das Image auch per Kommandozeile schreiben.

Vorbereitung

  1. Führe Schritt 1–3 wie bei Methode A aus (Ubuntu-Live-USB erstellen, booten, Image herunterladen).

Ziel-SSD identifizieren

Öffne ein Terminal (Strg + Alt + T) und führe aus:

lsblk

Die Ausgabe zeigt alle Laufwerke. Die interne SSD ist meist /dev/sda (SATA) oder /dev/nvme0n1 (NVMe). Der USB-Stick ist meist /dev/sdb. Kontrolliere anhand der Größe, welches Laufwerk dein Ziel ist.

⚠️ GEFAHR – Datenverlust: Ein falscher Gerätename in dd zerstört sofort und unwiderruflich sämtliche Daten auf dem gewählten Laufwerk. Kontrolliere den Gerätenamen vor dem Befehl mehrfach mit lsblk. Schreibe ihn auf, bevor du fortfährst.

Image schreiben

Wechsle in das Download-Verzeichnis und führe den Befehl aus – ersetze /dev/sda durch dein tatsächliches Ziellaufwerk:

cd ~/Downloads
xzcat haos_generic-x86-64-*.img.xz | sudo dd of=/dev/sda bs=4M status=progress
  • xzcat entpackt das komprimierte Image
  • sudo dd schreibt es Block für Block auf das Ziel
  • status=progress zeigt den Fortschritt an
  • Ersetze /dev/sda, falls dein Ziellaufwerk anders heißt

Der Vorgang dauert 2–5 Minuten. Nach Abschluss:

sudo sync

Abschluss

Wie bei Methode A: System herunterfahren (sudo shutdown -h now), USB-Stick entfernen, Mini-PC einschalten.


Methode B: Direktes Flashen des Images (Laufwerk ausbauen)

Diese Methode eignet sich, wenn du das interne Laufwerk ausbaust und an einem zweiten Rechner flashen möchtest.

Schritt 1: Laufwerk ausbauen und anschließen

  1. Baue die interne SSD aus dem Mini-PC aus (bei Thin Clients meist über eine Klappe auf der Unterseite zugänglich).
  2. Schließe das Laufwerk per USB-Adapter oder externem Gehäuse an einen zweiten PC an.

Schritt 2: Image auf das Laufwerk schreiben

Mit Balena Etcher (Windows/Linux/macOS):

  1. Balena Etcher öffnen
  2. Heruntergeladene .img.xz-Datei auswählen (Etcher entpackt automatisch)
  3. Das externe Laufwerk als Ziel auswählen
  4. “Flash!” klicken

⚠️ Achtung: Wähle in Etcher genau das ausgebaute Laufwerk aus – nicht dein System-Laufwerk. Die Größe des Laufwerks ist dein Anhaltspunkt.

Mit dd (Linux):

xzcat ~/Downloads/haos_generic-x86-64-*.img.xz | sudo dd of=/dev/sdX bs=4M status=progress
sudo sync

Ersetze /dev/sdX durch das externe Laufwerk.

Schritt 3: Laufwerk einbauen und starten

  1. Baue die SSD wieder in den Mini-PC ein.
  2. Schließe alle Kabel an und schalte den Mini-PC ein.

Nach dem ersten Start – HAOS einrichten

Unabhängig von der gewählten Methode:

  1. Der erste Start kann 5–15 Minuten dauern – HAOS richtet das System ein, erstellt die Datenpartition und startet alle Dienste. Sei geduldig, das ist normal.

  2. Öffne anschließend einen Browser auf einem Gerät im selben Netzwerk.

  3. Rufe folgende Adresse auf:

    http://homeassistant.local:8123
    

    Falls homeassistant.local nicht funktioniert (mDNS wird nicht von allen Routern unterstützt), findest du die IP-Adresse des Mini-PCs im Router-Interface unter “DHCP-Leases” oder “Verbundene Geräte”. Rufe dann diese Adresse auf:

    http://<IP-ADRESSE>:8123
    
  4. Folge dem Einrichtungsassistenten – Benutzer anlegen, Standort wählen, Geräte verbinden.


Nach der Installation

Deine Home-Assistant-Installation läuft jetzt auf dem Mini-PC. Was jetzt?

  • Geräte verbinden: Zigbee-Stick einstecken, WLAN-Geräte suchen lassen
  • Erste Automation: Licht schalten, Temperatur messen
  • Add-ons: Über den Supervisor-Bereich lassen sich zusätzliche Dienste wie Zigbee2MQTT oder Node-RED installieren

Wenn du später Frigate (Kameras mit KI-Objekterkennung), Immich (Fotoverwaltung) oder lokale KI-Sprachassistenten betreiben möchtest, sind das mögliche Ausbauoptionen für die Zukunft – für den Start nicht nötig.


Fehlerbehebung

ProblemLösung
Mini-PC bootet nicht von der SSDBIOS-Prüfung: Ist UEFI-Boot aktiviert? Ist Secure Boot deaktiviert? Boot-Reihenfolge korrekt (SSD vor USB)?
Bootet immer noch vom USB-StickUSB-Stick entfernen, Boot-Reihenfolge im BIOS prüfen
homeassistant.local nicht erreichbarPrüfe die IP des Mini-PCs im Router. Browser → http://<IP>:8123
Ubuntu-Live-System startet nichtBoot-Menü (F12/F10/ESC) beim Einschalten drücken. Secure Boot ggf. deaktivieren
SSD wird nicht erkanntPrüfe im BIOS, ob die SSD sichtbar ist. Bei Futro: kein NVMe! Nur M.2 SATA
HAOS startet, aber Web-UI nicht erreichbarPrüfe, ob der Mini-PC per LAN-Kabel angeschlossen ist (WLAN wird nicht unterstützt)
Image-Schreiben bricht abReicht die SSD-Größe aus? HAOS benötigt mindestens 16 GB
Nach BIOS-Änderung bootet nichts mehrBIOS zurücksetzen (CMOS-Batterie kurz entfernen oder Jumper), dann UEFI + Secure Boot erneut einstellen

Fazit

HAOS wird direkt auf die interne SSD geschrieben – es gibt keinen interaktiven Installer. Das ist der wichtigste Unterschied zu anderen Betriebssystemen.

Wichtige Punkte zum Mitnehmen:

  • Methode A (empfohlen): Ubuntu-Live-USB mit der grafischen Laufwerke-Anwendung (Disks) – kein Terminal nötig
  • dd-Alternative: Eine klar getrennte Methode für erfahrene Nutzer, die das Terminal bevorzugen
  • Methode B: Laufwerk ausbauen und extern flashen – gut als Alternative, wenn der Mini-PC keinen einfachen Zugang zu Ubuntu erlaubt
  • UEFI ist zwingend erforderlich, Secure Boot muss deaktiviert sein
  • Alle Daten auf dem Ziellaufwerk werden gelöscht – vor dem Schreiben immer Modell, Größe und Gerätenamen kontrollieren
  • HAOS ≠ HA Container (Container hat keinen Supervisor/Add-ons)
  • Nach der Installation: Browser öffnen und http://homeassistant.local:8123 oder die IP-Adresse aufrufen

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